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Ötztaler Radmarathon 2007


Bericht von: Stefan Tratter 
 

 

Streckendaten: 238 km / 5500 Hm

 

Streckenverlauf:

Sölden (1.377 m) - Längenfeld - Umhausen - Oetz (820 m) - Kühtai (2.020 m) - Kematen (610 m) -Völs - Innsbruck - Sonnenburgerhof - Schönberg -Matrei am Brenner - Steinach am Brenner - Gries a. Brenner - Brenner (1.374 m) -Sterzing - Jaufenpaß (2.099 m) - St. Leonhard im Passeier -
Timmelsjoch (2.509 m) - Sölden (1.377 m).



Ich habe einen Traum, so steht es auf den Bannern im Ötztal, meiner wahr die magische 9 Stundenmarke zu brechen! Nach dem schon sehr guten Ötzi 2006 (9:29 h), wollte ich 2007 meinen Traum wahr werden lassen.

 Die Voraussetzungen wahren nicht unbedingt ideal für mein vorhaben, den im April begann ein neuer Lebensabschnitt für uns, unser Sohn Maximilian kam zur Welt, und dies war ein tolles Erlebnis!

Da ich Sabine nicht Hochschwanger alleine lassen wollte, viel dieses Jahr ein Trainingslager und eine Trainingswoche in den Alpen aus.

 Mein Marathon Programm 2007 plante ich hauptsächlich im nähren Umkreis, auch mein erster 20 h Marathon stand auf dem Programm, in Fell an der Mosel.

 Mein dortiger 5’ter Platz, gab mir ein sehr gutes Feedback auf den aktuellen Stand meiner Form, ohne den Grundlagenausdauerbereich zu verlassen, und einigen kleineren Boxenaufenthalten bin ich doch mehr als Zufrieden mit meiner erreichten Platzierung.

 Danach fuhr ich noch den Bühlertäler Radmarathon im Nordschwarzwald (205km / 3300 Hm in 8 h), und die RTF in Bürstadt, 160 km / 1600 Hm mit einem 30’er Schnitt.

 So ging es dann am Freitag den 24 August zwar mit 10.000 Hm weniger als im Vorjahr, aber mit einem guten Gefühl und mit Familie ins Ötztal.

 Die Wettervorhersage klang das erste Mal in den letzten 5 Jahren positiv,und schon bei der Anreise war es trocken und angenehm warm.

 Nach dem Bezug unserer Ferienwohnung, machte ich mich in kurzen Hosen auf den Weg in die Freizeit Arena für die Startunterlagen abzuholen.

In der Arena traf ich Roland von der RV Schwalbe Trier, nach einem kurzen Schwätzchen und Stöbern an den Ständen ging ich zurück. Am Abend sah ich mir die Starterliste durch und entdeckte einige Marathon Bekannte, auch das Gerit Glomser und der Negrini (2’ter und 1’ter 2006) wieder am Start stehen sollten.

 Am Samstag bei schönstem Radwetter fuhr ich zum einrollen von Sölden aus nach Vent, da wahr richtig was los, die Idee hatten noch einige andere Radkollegen.

 Nach dem Abendessen machten wir (Sabine und Maximilian) uns auf den Weg zur Fahrerbesprechung, und da gab es nur gute Nachrichten, Strecke in sehr gutem Zustand und die Wettervorhersage Top.

 Mit einem guten Gefühl gingen wir nach Hause, danach noch den Wecker auf 4 Uhr eingestellt und ab in die Koje.

 Nach einer guten Nacht stand ich um 4 Uhr auf, der erste Weg ging direkt auf den Balkon, es wahr Trocken und 9 Grad C.

 Beim Frühstück plante ich meine endgültige Tagesausrüstung, keine Regenjacke und Knielinge, aber Armlinge + Windweste und eine Mülltüte für den Notfall eines Wettersturzes!

 Mein Zeitplan 2007: 

Oetz

07:10

Kühtai

08:25

Innsbruck

09:10

Brenner

10:25

Sterzing

10:55

Jaufen

12:10

St. Leonhard

12:30

Schönau

14:00

Timmel

14:55

Sölden

15:30

Um 6 Uhr machte ich mich mit vollen Rückentaschen auf den Weg zum Start.

Ich denke ich stand am Ende des 2’ten Drittels, so dauerte es gut 7 Minuten bis ich nach dem Startschuss über die Startlinie fuhr.

 

Es standen wieder jede Menge Zuschauer an der Strecke und feuerten uns an, ich gab von Anfang an Gas, am linken Straßenrand überholte ich unzählige Radkollegen, und kam nach knapp 38 min in Ötz an.

Am Amstieg zum Kühtai, war es noch schlimmer als die Jahre zuvor, ein Getümmel ohne Ende. Es dauerte bis Ötzerau bis ich mein Tempo fahren konnte. Danach lief es gut, die Beine fühlten sich gut an und es lief nach Plan.

 Auf dem Kühtai füllte ich meine 2 Flaschen mit Wasser und gab Xenofit Competion hinzu, beim wieder losfahren schnappte ich mir noch eine Ötztaler Kraftkugel und ab ging es in eine der geilsten Abfahrten in den Alpen. Bei meiner ersten Abfahrt mit trockener Straße erreichte ich eine Vmax von 106,1 km/h.

 In Kematen bildete sich eine gute Gruppe, und im Zeitplan liegend erreichte ich Innsbruck, im fahren zog ich Armlinge und Windweste aus. Am Anfang vom Anstieg lief die Gruppe noch ganz gut, aber einen Augenblick die Spitze aus den Augen gelassen, musste ich feststellen dass ein paar Fahrer vor mir abreisen ließen! Ich versuchte mit einem Kollegen der im Trikot des Luxemburgischen Meisters fuhr den Anschluss wieder herzustellen, aber nach ein paar Kilometer mussten wir unser Vorhaben abrechen, wir kamen nicht mehr ran!

Frustriert hielten wir das Tempo noch einigermaßen hoch, und hofften dass bald eine Gruppe von hinten kommen würde, doch leider kam keine!

 So fing ich mir den ersten Rückstand auf meinen Zeitplan ein, ich hielt in Gries an einem Brunnen an, füllte meine Trinkflaschen mit Wasser auf und fuhr wieder los. So sparte ich mir das abbiegen an der zweiten Labe auf dem Parkplatz am Brenner, und so ging ich gleich in die Abfahrt nach Sterzing. Nach ein paar Minuten bekam ich Besuch von hinten, eine kleine Gruppe bildete sich und es lief gut bis nach Gasteig. Am beginn des Anstieges zum Jaufenpaß dachte ich noch jetzt werden alle aus meinem Windschatten rausziehen und mich überholen, aber überraschender weiße fuhr keiner vorbei! Schnell fand ich meinen Tritt und kam gut voran, einiges von meinem Zeitverlust konnte ich wieder gutmachen. Auf der Passhöhe hielt ich an der Labe an und füllte meine Flaschen wieder auf und stürzte mich gleich wieder in die Abfahrt. Nach 22 min kam ich in St. Leonhard an.

 Die erwartete Hitze im Paseiertal trat zum Glück nicht ein, es war gut warm, aber im grünen Bereich. Bis Moos lief es ganz gut, aber das Teilstück zur Labestation Schönau zog sich unendlich! In diesem Stück hatte ich am meisten zu Kämpfen. Bei der Labe füllte ich ein Flasche auf und fuhr gleich wieder weiter. In den folgenden Kehren schaltete ich mein Handy ein und aktivierte den MP3 Player, auf dem ich AC/DC gespeichert hatte. Mein Motivationsschub für das Timmelsjoch! Der Anstieg lief wieder gut, und alsbald hatte ich den Tunnel erreicht. Ich war wieder knapp in meinem Zeitplan, jetzt wurde es ganz knapp, nichts Ungeplantes durfte nun mehr kommen!

 Ich stürzte mich gleich in die Abfahrt und versuchte mich zu konzentrieren, doch die Gedanken waren schon beim Gegenanstieg zur Mautstation!

 Mit vollem Schwung fuhr ich in den Anstieg, auf einmal traten die ersten Anzeichen von Krämpfen auf! Sofort ging ich aus dem Sattel und versuchte gegen zu Steuern, was mir dann auch einigermaßen gelang. Nach dem nicht enden wollenden Anstieg ging es dann endlich Talabwärts.

Die Abfahrt lief gut, die letzten Höhenmeter vor Sölden taten nochmals richtig weh.

In Sölden war ein riesiges Verkehrchaos, einige überforderte Touristen standen mit Ihren Autos auf beiden Fahrspuren, ich fuhr mitten durch, versuchte mit Handzeichen meinen Weg anzuzeigen. In meinem Windschatten folgten einige Radkollegen. Dann kam endlich die erlösende Brücke in sicht, noch einmal rechts Abbiegen, und dann war es geschafft, der Ötzi 2007 war Geschichte! Nach meiner Zeitmessung müsste ich die 9 Stundenmarke hauchdünn unterboten haben, aber ich wusste es nicht! Mit Ungewissheit sucht ich Sabine und Maximilian, da rief Sabine mir schon zu, überglücklich hielt ich Maximilian in die Luft, und war froh dass wir 3 wieder zusammen waren. Wir gingen zurück in unsere Wohnung. Ich konnte mir nichts vorwerfen, ich hatte alles gegeben, und war sehr zufrieden mit meiner heutigen Leistung.

 

Nach einer ausgiebigen Dusche und einer Max Raubtierfütterung gingen wir zur Freizeit Arena zurück. Nach dem ich mein Finisher Trikot abgeholt hatte, ging ich zur Ergebniswand. Ich suchte den 9 Stundenausdruck, und dann fand ich meinen Eintrag, 8:59:48 Stunden!!!!!

 Unglaublich, eine absolute Punktlandung, ich war überglücklich, ich habe es geschafft, mein Traum ist war geworden!

 Wir gingen in die Pizzeria direkt am Zielbereich, mit Paulaner Weizenbier begossen wir meinen Tag. Nach ausgiebigem Pizzagelage machten wir uns wieder auf den Heimweg, Max musste ins Bett.

 Ob ich 2008 wieder am Start stehen werde, weiß ich noch nicht, vielleicht um zu erfahren wie es ist aus dem ersten Startblock zu Starten!?

 Schau mer mal wie es in einem Jahr aussieht, denn der Aufwand ist schon groß für ein solches Ziel!


Stefan


Bilder 2007



Bericht in der Wormser Zeitung:

 

 



 

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